Ein Maskenball


Am 25. Oktober 2009 lud das Theater zu einem ganz besonderem Ereignis: „Ein Maskenball“. Doch keiner der Zuschauer musste maskiert erscheinen, denn hierbei handelt es sich um eine Oper von Verdi; ein Werk, das mich bis ins Innerste berührte.
Als Erstes muss sich das Publikum einem Worträtsel stellen, das sich aber bald auflöst und so die Sicht des Regisseurs auf die Oper erklärt.
Nach der Ouvertüre folgt ein Chor, der das Publikum in fröhliche Morgenstimmung versetzt. Die Verschwörer, düster, aber auch flexibel intoniert von Abraham Singer und Thomas Kohl, stellen sich mit ihrem Motiv vor. Sie planen den Mord an Gustavo (Hugo Mallet), dem König von Schweden. Dieser hat gerade erfahren, dass eine Wahrsagerin namens Ulrica verurteilt werden soll. Er und sein Hofstand gehen zu ihr, der König höchstpersönlich als Fischer verkleidet. Die folgende Szene ist gespenstisch-düster, und in dieser Atmosphäre singt Ulrica (Jelena Bodrazic) ihre schaurig-schöne Arie.
Eine verschleierte Frau erscheint und bittet die Seherin um Rat. Sie gesteht ihre Liebe zu Gustavo, dem König.
Es ist Amelia (Sabine Blanchard), die Gattin Renatos. Renato (Gavin Taylor) ist Gustavs bester Freund, erster Staatsmann und engster Vertrauter. Auch Gustavo liebt Amelia und nachdem er ihre „Beichte“ belauscht hat, beschließt er sie in der folgenden Nacht zu treffen. Amelia geht, der König lässt sich wahrsagen: Ulrica prophezeit ihm einen baldigen Tod. Wer ihm als erstes die Hand geben wird, ist der Mörder.
Plötzlich tritt Renato ein. Gustavo ergreift die Hand des Freundes und fühlt sich sicher…
Diese eher unbekannte Oper Verdis lebt von einer mitreißenden Musik, teils heiter, teils dramatisch. Das Bühnenbild ist düster und reich an Assoziationen. Die Inszenierung unterstützt diese Ideen. Stimmlich besonders herauszuheben ist wohl Hugo Mallet, der als Gast für diese Inszenierung gewonnen werden konnte. Seine Stimme transportiert einen unglaublichen Klang- und Empfindungsreichtum. Sandra Schütt war als Oscar, der Page, ein kleines Highlight. Sie bezauberte vor allem in der Cancone mit ihrer kristallklaren Stimme. In gewohnt hoher, stimmlicher Qualität zeigten sich auch Sabine Blanchard als Amelia und Gavin Taylor als Renato.
Lassen Sie sich also von wahrhaft königlicher Atmosphäre und grandioser, mitreißender Musik verführen! Genießen Sie einen Abend bei einem „Maskenball“!
(Sarah Schickschneit)


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