Die melodische Barcarole „Auf der Lagune“ und der schmissige Casanova-Marsch aus der zu Unrecht selten gespielten Operette über den legendären Verführer könnten zu Publikumslieblingen werden. Paul Lincke erzählt eine geschickt erfundene Episode aus dem Leben Giacomo Casanovas nach.

Venedig, Mitte des 18. Jahrhunderts. Casanova sitzt in der Festung St. Andrée gefangen. Pikantes Detail: Einst unterhielt er eine amouröse Beziehung zur Gattin des Festungskommandanten. Leonore schrieb ihm innige Briefe, die sie heute zurückfordert, um sie zu vernichten. Casanova vermutet eher in Teresina, ihrer Tochter, der Braut eines venezianischen Edelmannes, seine ehemalige Favoritin. Gesehen hatte er sie nie – in Venedig trifft man sich nach altem Brauch zum Stelldichein maskiert! Casanova wäre nicht Casanova, wenn es ihm nicht gelingen würde, die Festungsmauern für einen galanten Ballbesuch zu überwinden, um die Beziehung zu Leonore aufzufrischen. Bevor man ihn auf dem Ball enttarnen kann, flieht er ins Gefängnis zurück. Da niemand glauben will, dass gerade die eigene Frau Casanovas Favoritin war, kann er sich nach seiner Begnadigung wieder frei und abenteuerlustig bewegen!

Mit dem Wiener Wolfgang Dosch konnte für die Wiederentdeckung dieses heiteren Stücks Musiktheater ein Regisseur gewonnen werden, der nicht nur in Nordhausen (zuletzt „Gräfin Mariza“) bewiesen hat, wie ernst er es mit dem Spaß der heiteren Muse nimmt!

Inszenierung: Wolfgang Dosch
Ausstattung: Bernhard Niechotz

Casanova