„Grüß mir die süßen, die reizenden Frauen im schönen Wien!“ oder „Komm mit nach Varasdin“ – Lieder wie diese versprechen einen unterhaltenden Abend mit dem größten Wurf Emmerich Kálmáns nach der Operette „Die Csárdásfürstin“. Nachdem diese vor drei Jahren in Nordhausen in der Inszenierung von Wolfgang Dosch sehr erfolgreich war, wird der Wiener Theatermann nun auch „Gräfin Mariza“ inszenieren.
Die Zeit der Goldenen Operette war vorbei, und Europa war schwer vom Krieg gezeichnet, als man in den aufregenden Zwanzigern („Gräfin Mariza“ wurde 1924 uraufgeführt) nach Unterhaltung lechzte. Kálmán griff mit seinen Librettisten in seine Gegenwart und landete mit dem sorgenfrei endenden Stück einen riesigen Erfolg. Das Sujet legt nostalgische Erinnerung an vergangene Zeiten nahe und lässt Kálmán unter Einbeziehung ungarischer Volksmusikelemente Humor und großes Gefühl miteinander verbinden.
Tassilo ist ein verarmter Graf, wie es damals unzählige gab. Er verdingt sich auf dem Gut der Gräfin Mariza, die leben kann, wie es ihr gefällt: Wer das Geld hat, hat das Sagen. Mariza ist so schön, dass sie sich des Ansturms der Männer nicht erwehren kann. Glücklicherweise erkennt sie nicht sofort, dass Tassilo der Richtige für sie ist (dafür muss erst Tassilos Tante seine verlorenen Güter zurückkaufen!): Marizas Versuche, den Männern aus dem Weg zu gehen, geben Zeit, auf der Bühne in wunderschöne Musik einzutauchen! „Komm, Zigan, komm Zigan, spiel mir was vor!“

Gräfin Mariza