Der Wagner-Verehrer Anton Bruckner hatte seine 3. Sinfonie zunächst mit allerlei Wagner-Zitaten gespickt und das Werk auch dem Bayreuther Komponisten gewidmet. Zweimal jedoch arbeitete Bruckner es um, so dass am Ende – in der 3. Fassung – so gut wie kein Wagner mehr übrig blieb. Dafür aber klingt aus dieser Sinfonie erstmals der unverwechselbare Bruckner heraus, dessen Themen sich zu monumentaler Größe steigern und der seinen Orchesterklang von der Kirchenorgel her dachte.
Von Richard Wagner selbst stehen die beiden großen Werke „Rienzi“ und das „Siegfried-Idyll“ auf dem Programm. Letzteres schrieb er im Jahr 1870 als Geburtstagsgeschenk für seine Frau Cosima zur Erinnerung an die Geburt des ersten Sohnes Siegfried („Fidi“). Dass er dabei auch an seinen Opernhelden dachte, verrät die Musik, die Motive aus „Siegfried“, dem dritten Teil aus dem „Ring des Nibelungen“, zitiert.
Die Ouvertüre ist die wohl bekannteste Musik aus der Oper „Rienzi“ – sie ist heute nicht zuletzt als Abspannmelodie der Spiegel-TV-Reportagen in aller Ohren!


Übrigens: Anton Bruckner verehrte Richard Wagner wie einen Gott. Nach seiner ersten Begegnung mit dem Bewunderten schilderte der Österreicher: „Er war ungemein liab und freundli mit mir und hat mi bald gern ghabt, ja sogar ausgezeichnet. Aber i hab mi no net traut und hab dem Meister no nix (von den bisherigen Tonschöpfungen) segn lassen. Im Anfang hab i net amal soviel Schneid ghabt, dass i mi in seiner Gegenwart niedergsitzt hätt, er aber war alleweil gleich liab zu mir (…)“. Später hat Wagner jedoch nicht einmal Bruckners schriftliche Anfrage, ob er die Widmung einer seiner Sinfonien annehme, beantwortet!

1. Sinfoniekonzert

Richard Wagner, Ouvertüre zur Oper „Rienzi“
Richard Wagner, Siegfried-Idyll WWV 103
Anton Bruckner, 3. Sinfonie d-Moll (3. Fassung 1889)

  • Sa 09.09.2017 18.00 Uhr Haus der Kunst Sondershausen
  • So 10.09.2017 18.00 Uhr Theater Nordhausen, Großes Haus

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