Blog - Hinter den Kulissen

AUF DIE OHREN, FERTIG, LOS!

Konzertdramaturgin Dr. Katrin Stöck bei Tagung Musiktheatervermittler:innen

»Auf die Ohren, fertig los!« hieß eine Tagung von Musiktheatervermittler:innen, auf der ich in den vergangenen Tagen (24.-27. März) in Dortmund, Bonn, Düsseldorf und Duisburg unterwegs war. Es trafen sich viele Menschen, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, Kindern und Jugendlichen Musik und Musiktheater nahezubringen, sie dafür zu begeistern, ihnen den Weg in die Theater und Opernhäuser leichter zu machen und ihre Ideen aufzunehmen. Dafür hatten wir verschiedene Spezialist:innen für Vorträge zu Gast, haben in kleinen Workshops und Diskussionsrunden unsere vielfältigen Erfahrungen ausgetauscht, so dass jeder und jede etwas für sich und die künftige Arbeit mitnehmen konnte.

Dabei ging es darum, den jungen Zuschauenden einerseits in den Werken ein Eintauchen in Phantasiewelten zu ermöglichen, andererseits aber auch gegenwärtige Themen, wie Generationenkonflikte, Klimawandel, Medienkonsum, aber auch Krieg und Tod nicht auszusparen, sondern auch hier Angebote zum musiktheatralen Umgang damit zu machen. Es gab Beispiele der großen opulenten Oper auf der großen Theaterbühne zu sehen, mit allem, was ein Theater so kann, Monster, Ritter, fliegende Teppiche, Verwandlungen usw. eingeschlossen. Es gab auch kleine, feine Stücke zu erleben, mit wenigen Musiker:innen und Darsteller:innen, die das junge Publikum ganz nah an sich heranlassen und die Möglichkeit eröffnen, Musiktheater beim Gemachtwerden mitzuerleben.

Klar wurde aber auch, dass in vielen Theatern noch ein stärkeres Bewusstsein dafür aufgebaut werden sollte, was das junge Publikum braucht, nämlich ernst genommen werden, Kommunikation auf Augenhöhe, und was auch in den manchmal zu festen Strukturen der Häuser und in den Köpfen mancher, auch politisch Verantwortlicher geändert werden muss, um noch mehr Kinder und Jugendliche zu erreichen. Denn diese künstlerische Arbeit mit und für Kinder und Jugendliche ist kulturelle Bildung und kann für alle Beteiligten sehr bereichernd sein, da das junge Publikum durch seine sogenannte »Offenohrigkeit« noch für alle musikalischen Stile und Angebote offen und zu begeistern ist.

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